Saturday, December 23, 2006

Finished

Die Abenteuer in Afrika sind vorbei. Gestern Mittag bin ich München gelandet. Vor wenigen Tagen stand ich noch auf einem Surfbrett, jetzt verlasse ich das Zimmer nicht ohne Mütze und dicke Jacke. Wie ich schon befürchtet habe hat mich etwas getroffen, was wohl zu erwarten war: Ich habe mich, hier angekommen, erkältet.

Ich konnte leider die letzten paar Wochen nicht mehr ins Blog einloggen, weil die Seite sich nicht öffnete. Ich werde in wenigen Tagen die besten Fotos zusammenstellen und hochladen. Habe noch viele interessante Fotos und vielleicht auch noch eine Interessante Geschichte über Könige. Solange aber paar Lustige Fotos zum schmunzeln.


 

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Tuesday, December 12, 2006

Music

Do you know Beatles?" -"Who?"
"Queen?" -"Which one?"
"Rolling stones?" -"Where?"

So oder so aehnlich koennte eine Konversation mit einem Ghanesen ueber Musik ablaufen. Rock musik ist tabu. Hier versteht niemand, warum sich jemand sich das antuen sollte so ein Laerm anzuhoeren. Dafuer kann aber jedes Kind und jede Oma alle Lieder von Westlife auswaendig vor- und rueckwaerts singen. Wenn sie "unsere" Musik hoeren, dann etwas was richtig "cheesy" ist. Wobei, man sie teilweise "anpasst". Ich haette nicht gedacht dass R-Kelly's "Storm is over" als Reggae-Version mindestens genauso gut sich anhoert als original. Als ich einem meiner Kollegen "Let it be" vorspielte meinte er nur: "Beatles, no I dont know them. I like Celine Dion".

Also was hoert ein Ghanese? Morgens natuerlich Gospel. Ideal wenn man grade arbeiten muss (oder bei First Choice Computers von einem weissen sich beibringen laesst wie man einen FloppyDisk benutzt). So kann man gleichzeitig beten ..oder zumindest mitsingen, was oft laut gemacht wird. Gospel ist immer froehlich und beinhaltet eine satte Portion Jesus.

Dann kommt HipLife. Das traditionelle HighLife ist viel zu langsam und altmodisch fuer die Junge generation. Also man nehme die traditionnelen Gitarren- und Rhytmuselemente, fuege einen schnellen rap-part und paar weibliche Backgroundsaenger hinzu und ueberdecke alles mit satten bass. Voila: man hat einen netten HipLife song. (Ein Beispiel mit Musikvideo a.k.a "Nachtrag zu Togo und Benin" findest du hier)

Reggae: Yesa, Rastamana in da housa! Warum sonst ist die Witwe von Bob Marley nach seinem Tot nach Ghana gezogen? Weil sie sich hier zu hause fuehlt. Bei einem Spaziergang durch die Maerkte oder Shopping Areas(kurz:die Strassen) hoert sie seine Stimme genauso viel wie sie von zu hause gewoehnt war. Es gibt eine grosse Rastafari-Kultur in Ghana. Das sind meistens Kuenstler, Holzschnitzer, Souvenierverkaufer, Marijuana-dealer oder oft auch alles in einem. Da aber lange Haare bei Maennern absolut verpoent sind(laenger als 1cm nicht zu finden!!) haben sie die Wahl: sie schneiden die Haare ab und bleiben im herzen Rasta, sie verdecken Haare mit einer Muetze oder bleiben wie sie sind. In diesem Fall jedoch muessen sie rechnen, dass sie gelegentlich Aerger mit der Polizei und Gesellschaft haben. Wer weihnachtsreggae mag: click auf das link im letzten Beitrag.

Jazz: wenns um Live-Musik geht ist es meistens Jazz. In campus spielt ne lustige Truppe von Musiklehrern jeden Freitag Abend paar Stunden fuer ca 30-40 Zuschauer..for free. Wenn ich gerade nicht verreise geh ich gerne dorthin. Wenn nicht freitag Abend dann gelegentlich nach der Arbeit um mit den zu Jammen.

und ganz wichtig: Westlife!

 

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Monday, December 11, 2006

X'mas

Nur noch 10 Tage und der rote Staub verwandelt in Schnee. Aus klapprigen Tro-Tros werden U-Bahnen. Aus lachenden und winkenden Kinder, barfuss am Strassenrand werden eingemummte Fremde, die anonym durch die dunkeln strassen eilen. Die aufeinander gereihten, lauten Boxen mit Bob marley eines Strassenverkaufers verstummen und es bleibt die stille Nacht. Anstatt Kokosmilch fliesst Gluehwein..

Weihnachten, ja auch hier kommt sie. Die Lichterkette in meiner Arbeit droht sich in Deckenventilator zu verfangen und die texte zu den froehlichen Gospel und Reggaerhytmen drehen sich lustigerweise um Schnee und Weihnachtsbaume. Letztere werden aus Palmenblaettern kreiert und die leute scheinen noch froehlicher als sie sind. Afrika ist lustig und froehlich. Es ist schwer emotionlos zu bleiben bei dem Anblick eines Kokosnuss-verkaufers mit roter Weihnachtsmuetze und zerfetzten Unterhemd, tanzend hinter seiner Kokosnusskarre.

Wer sich dafuer Interessiert, wie Weihnachtslieder hier klingen: Jingle Bells

Das wollte ich lange Zeit garnicht posten, aber hier ist es doch: ein richtig guter HipLife Lied(mit selbstgemachter musikvideo).

Posted by Silver at 19:15:53 | Permanent Link | Comments (1) |

Wednesday, December 06, 2006

Ghanalife: Namen

Hello Again!
Hab diesen Artikkel schon geschrieben, dann ist aber im Internetcafe Strom ausgegangen und man hat diesen lustigen Satz gehoert den man hier staendig hoert: "Is finished". Also internet war finished :-) Jetzt fang ich in einem anderen neu an:

Ich wollte schreiben, wie ein Ghanese einen Namen bekommt, denn fuer mich klingt das irgendwie interessant.

Gewoehnlichweise hat man ca. 3 Vornamen und einen Nachnamen. Der erster Name zeigt den Tag an dem man geboren ist. Ich bin daher Kwadwo(etwa wie Kuadscho ausgesprochen). Jemand der am Freitag geboren ist Kofi. Dieser Name ist gewoehnlichweise den man nutzt. Wenn nicht bei Freunden, dann zumindest auf jeden Fall in der Familie. Da die Familien aber gross sind und oft extended (d.h. viele verwandte in einer Familie) kommt es oft vor, dass man mehrere Jungs hat die am selben Tag geboren sind. Daher numeriert man sie durch. Ich bin z.B "Menu", was heisst dass ich der zweite Sohn der Familie bin. Jemand der vierter Sohn der Familie ist wuerde "Annan" heissen.

Die smarten unter euch erkennen schon: der beruehmtester Sohn der Stadt der seit 3 Monaten meine Heimat ist, Kofi Annan, heisst nichts anders als dass er am Freitag geboren ist und der vierte Sohn der Familie war.
Heutzutage waehlt man bei der Einschulung auch noch einen englischen Namen, der dazu dient den weissen das Leben eifacher zu machen ;-) So heissen die Leute dann auch noch Rexford, Prince, Andrew oder Micheal. Oft kennen die eigenen Freunde aber diese Namen nicht. Andersrum ist allerdings auch den Ghanesen einfacher deren Lokalnamen als englische zu merken. So wird mir auf der Strasse oefters Kwadwo Menu zugerufen, denn meinen richtigen Namen kennen sie nicht/koennen sich nicht merken!

Manchmal wird auch noch was hinzugefuegt, was irgendwie die Geburtsumstaende beschreibt "der schnelle", "der gluecksbringer" usw. So gab mir jemand, der von meiner Reiselust und Twi-Kenntnissen(die Lokalsprache) beigeistert war, den Zusatz "Akah" was soviel heisst wie: "derjenige der nicht zurueckkehrt". Na hoffentlich nicht :-)

Im Grunde genommen tut man aber nichts falsch wenn man

  • einen weissen Kofi oder Kwesi (den Grund ist mir bis jetzt ein Geheimnis)
  • jeden maennlichen "Brotha" und jeden weiblichen "sista"
  • jeden Taxifahrer "Hey Charlie, this is too much, lets make it half!"

nennt Tongue out

also bis dann,
Kwadwo Menu Akah :-)

p.s. wer unbedingt einen Ghanesischen Namen haben will, guckst du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Akan-Vornamen

Posted by Silver at 18:47:16 | Permanent Link | Comments (2) |

Monday, December 04, 2006

Togo and Benin Teil II

Dieser Teil ist bissl lang geworden, aber ich hoffe dass einige trotzdem lust haben etwas ueber Afrika zu erfahren. Vor allem, wenn ich eh nicht so oft schreibe :-)

Teil II

Dienstag, 21. November 2006 16:00, Auf dem Weg nach Cotonou/Benin
Ich habe mir bereits in Togo schnupfen eingefangen und seitdem ist es bissl schlechter geworden. Die Strasse nach Cotonou ist einsam. Nur sporadisch sieht man diese Tankstellen am Strassenrand, wo benzin wie schnaps aus Flaschen verkauft wird. Ich frage mich was wohl bequemer ist: Zu 15-t in einer TroTro eingequetscht zu sein oder zu siebt in einer Opel Ascona Taxi zu fahren? Whatever, hier in Togo gibts eh keine alternative. Aus irgendeinem mysterioesen Grund gibts hier keine TroTro Infrastruktur. Unser Fahrer des Taxis hat gerade angehalten um die Kofferraumtuer zu sperren die ab und zu mal waehrend der Fahrt aufklappt. Am Strassenrand steht eine Frau die selbstgemachte Kokoskekse verkauft. Ohne ein Wort mit ihr Verstaendigen zu koennen, schliesst Jayme ein Deal mit ihr: Wir geben ihr unsere Packung "Cream Crackers", aus dessen wir erst nur 2-3 gegessen haben und sie gibt uns eine Packung ihrer Kokoskekse. Wenn man nicht den Wert der Kekse vergleicht, sind wir klare Gewinner des Geschaefts. Sie sind lecker!

Mittwoch, 22. November 2006, 16:47 Cotonou, Polyclinic
Die franzoesische Aerztin kommt um die Ecke gebogen und zeigt mir ein Zettel mit wirschen Zahlen und Abkuerzungen. Alles was ich versteh ist dass die Zahl 630 etwas misst was die haerte meiner Malaria ausdrueckt. Also, jetzt gibts kein Zweifel, sie haben Parasite im Blut gefunden. Ich soll hier bleiben und eine Infusion bekommen, das wuerde mich schnell wieder Fit machen. Was bleibt mir uebrig, morgen will ich ein Dorf besuchen, das auf dem Wasser gebaut ist. Laut Legende gab es ewig Krieg zwischen zwei Staemme. Da die eine aber aus religioesen Gruenden nicht auf dem Wasser Krieg fuehren durfte, hat der anderer Stamm angefangen auf dem See zu bauen. Eine riesen Stadt ist enstanden, in dem sogar Markt in Booten gehalten wird.

Donnerstag, 23. November 2006, 15:10, DanTopka Market, Cotonou/Benin
Ich bin fit wie ein Turnschuh. Ich weiss nicht, was gestern in mich eingespeist wurde, es hat aber geholfen. Das Wasserdorf war schoen, auch wenn wir von dem Bootsfahrer total verarscht wurden. Wir laufen auf dem Markt in nackter Chaos. Frauen, die an uns vorbeidraengen, Kopf beladen mit Waren aller Art, Maenner die grosse Karren mit Reissaecken hinter sich schieben und dann diese Einsverkaufer. Sie suchen ihren Weg durch die engen Gassen, pausenlos die Fahrradhupe bestaetigend, die sie neben ihnen Schieben. Wir sind auf der Suche nach Voodoo-Abteilung des Marktes. Voodoo ist Staatsreligion in Benin und wird von 70% der Bevoelkerung praktiziert. Bereits in Togo waren wir kurz auf einem markt, habens aber jedoch verlassen als man versucht hat uns einen absurden Eintrittsgeld aufzudraengen. Waehrend der 4 Minuten Verhandlung hat man aber ersten Eindruck bekommen, was man hier verkauft. Abgehackte Pferdekoepfe samt Fell, Krokodil- und Affenschaedel, tote Voegel, myesterioese Pulver und Fluessigkeiten. Nach 40 minuten Suche sitzen wir mit einem Voodoo Priester hinter seinem Verkaufsstand und hoeren interessiert zu, wie man Hundekoepfe mahlt und aus dem mehl eine Medizin zubereitet, um Schnupfen loszuwerden. Ich denke an mein Otrivin in der Hosentasche und hoffe das dieser Kerl nicht merkt dass ich Schnupfen habe.

Freitag, 24. November 2006, 13:05 Kpalime/Togo
In Afrika wird die Zeit anders gemessen..oder auch garnicht. Eine Frage nach Abfahrtszeiten z.B wuerde einen Schwarzen nur in Verstaendnislosigkeit ueber die Frage setzen. Transportmittel haben keine Abfahrtszeiten sondern fahren wenn der letzte Platz gefuellt ist. Wir warten schon seit 2 Stunden, dass unser 1000 Jahre alter umgebauter Pick-up sich fuellt, um die 30km lange Reise ueber die Grenz zurueck nach Ghana anzutreten. Natuerlich koennten wir die restlischen 2 Plaetze fuer jeweils umgerechnet 1,8 euro abkaufen um die Sache zu beschleunigen, wir entscheiden aber fuer warten und Apfelsinen essen.
Als es endlich losgeht, ist bereits nach 10 minuten Fahrt die erste Reperaturpause: Motorhaube hoch, ein bisschen hier drehen und da klopfen und es geht weiter. Obwohl nun alle plaetze ausverkauft waren steigt wenig spaeter eine "stark gebaute" Frau ein. Es ist als ob man eine Wassermelone in ein Streichholzschachtel quetschen will. An der abgelegenen Grenze oben in den Bergen freuen sich die einheimischen Weisse zu sehen. Das Grenzgebiet muss hier immer zu Fuss ueberquert werden. Eine alte Frau versperrt den Weg, indem sie uns einen Lokal-tanz der Ewes tanzt, bei dem man sich bueckt und tanzend den Hintern hoch in Richtung Himmel ausstreckt. Ein Junge schenkt uns frische Mandarinen und der Grenzbeamte spricht in einem strengen Ton zu einem Grenzueberquerer: "I said you, if you dont have passport you have to pay 5000"(umgerechnet ca 50cent).

Als wir wieder im Auto sitzen und losfahren wollen bricht Panik aus. Ich seh nur jemand mit dem Finger nach vorne zeigen und im naechsten Moment aus dem Auto springend. Da ich am weitesten Weg sitze und alle sich gegenseitig den Weg versperren habe ich noch genug Zeit abwechlsend den Rauch, die 3 Gasflaschen vor mir und die Bananen da drauf anzuglotzen. Eine Frau faellt auf die Strasse und bekommt paar Schluerfwunden. Ihr weniger als ein Jahr altes Baby wird heftig durchgeschuettelt um den Schock aus ihr zu treiben. Wieder paar Schraubenzieher und meistergriffe spaeter geht die Reise singend weiter die nach 3 Stunden in Hohoe endet.

Klick auf singend um Audio zu hoeren

Samstag 25. November 2006, 13:00 Afadzato
Wir sind auf dem hoechsten Berg in Ghana. Fast 1000m hoch haben wir eine schoene Aussicht, unter anderem auf den hoechsten Punkt in Ghana. "Wie das? wird sich mancher Fragen. Das selbe habe ich auch gefragt. Unser Fuehrer erklaert aber geduldig: "Listen, this ist the highest mountain in Ghana. But this over there, this is a mountain on mountain. This is not natural.". "What you mean its not natural?. Who put it there?" fragt Jayme. "Well, god did" ist der kluge Antwort, des Schwarzen. Ich schaele die TomatoCocos, die wir auf dem Weg nach oben gepflueckt haben und esse den Schleim der um die Kerne klebt. Laut fuehrer, sollen sogar Diabetiker aus anderen Laendern kommen um diese Fruechte als Heilmittel zu kaufen. 30 Tage jeden Tag eine und die Sorgen sind geloest. Auch wenn ich kein Diabetiker bin, der Zucker tut mir gut!

Foto unten rechts: In einem Hinterhof bei irgendjemand Banku essend nachdem wir in dem Bergdorf kein Restaurant finden konnten.

Posted by Silver at 17:57:04 | Permanent Link | Comments (0) |

Tuesday, November 28, 2006

Bego & Tonin

Samstag, 17 November 16:48, Aflao-Lome Grenze

Ich geh durch das Wirr-warr des Strassenlebens und ignoriere alle "JOVO! JOVO! Where are you going? Taxi?". Ich fuehle mich wie ein Fluechtling.. ohne Pass und Visa in einem fremden afrikanischen Land. Gerade einige Minuten zurueck hab ich das Angebot des Grenzbeamten zurueckgeschlagen 85$ fuer Visas zu bezahlen und bin auf der Suche nach einem Schwarzhaendler um Landeswaehrung CFA zu bekommen. Nach einer Stunde sind wir zurueck an der Grenze, ich bezahle umgerechnet 60$ in CFA, kriege unsere Paesse und laufe entlang der Kueste, Jeans hochgekrempelt und Schlappen in der Hand richtung Lome. Die ersten Zeichen, dass Togo mal deutsche Kolonie war lassen nicht lange auf sich warten. Ein Fischerboot in Schwarz-rot-gold, samt Staatswappen und der Aufschrift "Remember" liegt auf dem Weg.

Mittlerweile ist es dunkel und wir nehmen das erste Hotel was auf dem Weg liegt. Nach einem kurzen Mahl und geplauder mit Roger, dem Kellner in anliegendem Restaurant, setze ich muede auf mein Bett um mein kompaktradio zu tunen und die bassigen Toene des HipLife zu finden. Statt HipLife erinnere ich mich aber an gesang und Trommeln von draussen. Es ist mittlerweile wieder hell, das Radio liegt immernoch auf dem Bett, die Schuhe habe ich mir wohl im Schlaf ausgezogen. Es ist nicht mal 7 Uhr, aber wir waren wohl die letzten die aufgestanden sind. Ganz Lome ist auf den beinen und joggt den Strand entlang. Manche haben Trommeln oder andere Rhythmische Instrumente um den den Sonntags-Sport froehlicher zu machen. Ich steh mit Jayme am Strassenrand und staune wie die Massen an uns links und rechts vorbei laufen.


Sonntag, 18 November 14:45, Coco Beach/Lome

Der Strand ist zu gefaehrlich um richtig rein zu gehen. Die Wellen zu hoch, der Sog zurueck ins Meer zu heftig und obendrein sind grosse Steine versteckt im Wasser. Also begnuege ich mich mit einem Coke am Strand und Schaue wie einheimische Kinder eins nach dem anderen Saltos springen. Es ist mir sofort ins Auge gestochen, dass in Lome weit mehr Motorraeder als Autos gibt. Also lassen wir den Strand und gabeln an der Strassenseite einen Zemi-djan(Motorradtaxi) Fahrer auf und machen ein Deal mit ihm: Er schlaeft paar Stunden, wir cruisen mit seinem Motorrad rum! Es ist unglaublich, dass ich meine Pass-nummer und Adresse angeben musste um eine 5$ Strohhuette mit 2 einfachen Matratzen auf den Boden mieten zu koennen. Um einen Motorrad zu mieten muss man bloss kurz anhoeren, wie man den Alarm bedient falls man halt macht.

Das in Togo (fast nur) franzoesisch gesprochen wird, macht die Verstaendigung zu einer lustigen oder frustrierenden Angelegenheit, je nach dem wie man es sehen will. Dass ich aber den ganzen Tag mit Rasta Toni Togo, den Campingmitarbeiter, versucht habe mich zu verstaendigen und er erst jetzt spaet Abend sein deutsch auspackt ist in dieser Situation schon unheimlich komisch. Umso mehr, da er fliessend, aber mit einer Merkwuerdigen/veralteten Wortschatz und Satzbau spricht.


Dienstag, 20 Noember 13:36, Ghana Embassy/Lome

"What are you doing in Ghana? [..]You just came here because your visa is expired.." Viele strenge Fragen und absurden Anschuldigungen vom Botschafts-Chef persoenlich. Ich warte schon seit 2 Tagen auf mein Pass, da ich aufgrund von unverstandlich beknackten Visapolitik wieder ein neues Visa brauche damit ich spaeter zurueck ins Ghana kann. Bin den weg hierher schon 5 Mal gefahren und regelrechtes Schickanieren erlebt. Selbst Bestechungsgeld war schon ausgehandelt und dann spaeter wieder abgelehnt worden. Um 15 Uhr hab ich mein Pass samt Visa und esse in einer Strassenbude das beste Essen seit langem. Als Englaender die Ghanesische Kolonie verlassen haben, muessen sie wohl alle Kochbuecher mitgenommen haben. Franzosen haben jedoch ganz offensichtlich ihren Schuetzlingen gezeigt, wie man neben traditionellen Gerichten viele andere Leckerein zubereitet. Pom Frites, Spaghetti, Baquettes, Crossais, Cous cous, alles mit viel Gemuese und leckeren Sosse zubereitet. Ich beazahle das Festmahl fuer 2 Personen samt Coke mit 4$ und falle in einer Preisverhandlung mit einem Zemi-Djan Fahrer ueber den Preis nach Cotonou-Station. In wenigen Stunden soll ich in einem Staat sein, dessen offizieller Staatsreligion Voodoo ist.

Foto: Eine Durschnitts-tankstelle in Togo

..to be continued!

Lesen Sie in Teil 2 warum ich 8 Stunden in Benin in einem Krankenhaus an einem Infusiontropf lag und warum an der Ghana-Togo Grenze in einem abgelegenen Bergdorg ploetzlich Panik in unserem Pickup ausbrach und alle sich gegenseit zertrampelnd das Fahrzeug verlassen versuchten.. 

Posted by Silver at 17:21:53 | Permanent Link | Comments (0) |

Saturday, November 18, 2006

Togo

Ich wurde gefragt, wo meine regelmaessig erschienen Beitraege geblieben sind? Nun, die letzten Tagen bin ich gleich nach der Arbeit zur Universitaet gefahren um die Jungs in Music Department zu treffen und bissl Gitarre zu streicheln. Ausserdem hab ich wieder die Familie besucht und mit den Fufu gegessen und mir von Kyeremeh paar neue Woerter Twi beibringen lassen. Bin garnicht dazu gekommen ins Netz zu gehen. Eigentlich wollte ich schreiben wie Ghanesen ihre Namen bekommen, aber das muss ich leider bissl hinausschieben, denn ich sitze gerade mit Jayme in Accra im Busstation und warte auf dem Anschlussbus nach Lome(Togo). Wie es ausschaut, werd ich erst naechstes Wochenende wieder zurueckkommen. Hab nach langem Diskussion gestern nachmittag mir die naechste Woche freibekommen (sonst haett ich sie mir frei nehmen muessenSmile) um bissl zu was neues zu sehen. Haben noch kein richtigen Plan wo wir hingehen, aber das entscheidet sich am besten alles spontan. Paul fuehlte sich bissl krank aber wollte in den naechsten Tagen so schnell wie moeglich nachkommen.

Sonst ist alles paletti hier. . Bald gibts schoene Fotos von einem anderen afrikanischen Staat.

Posted by Silver at 09:36:04 | Permanent Link | Comments (0) |

Wednesday, November 08, 2006

We are going small-small..

Tja, dieses Wochenende war wieder Tro-Driving angesagt. Und wie in Ghana ueblich lief alles andere als geplant aber sehr lustig. Angefangen hats damit dass Tarek doch das Wochenende schlafen wollte und nicht mitgekommen ist. Paul sollte jeden Moment kommen ist aber garnicht aufgetaucht. Und wir restlichen 3(Ich, Jen&Jayme) haben trotz 3 weckern verpennt und sind ziemlich spaet eingeklemmt in einem Tro Tro richtung Kueste gefahren. Die fahrt nahm aber unplanmaessig ihr Ende als im Motorraum etwas krachte und das Auto stehen blieb. Als wir grad vorbeifahrende Autos versuchten uns zu schnappen hiess es aus dem Tro: "Are you not coming? We are going small small". "Small-Small" ging es gerade mal eine Minute. Danach war der Innenraum mit soviel Rauch gefuellt als ob Snoop Doggy Dog und Bob Marley sich in diesem Auto gemuetlich gemacht haetten, begleitet von droehnendem Motor der zu exlodieren drohte. Einige anhalter-autos, taxis und tro-tros spaeter waren wir dann doch am Strand. Traumhaft schoener Strand, dynamische Kokospalmen, super essen, kuschelige Zimmer und einsamkeit pur :-) Der Aufmerksame Leser moege jetzt vielleicht denken, dass dies auch im Anbetracht der Gruppenkonstellation uebergeschwappt sein koennte. Dem ist es nicht so!

Am naechsten Tag, nachdem wir uns am Morgen noch mal eben schnell den Sonnenbrand geholt hatten, sind wir dann in ein anderes Dorf gefahren weil Jayme fuer Kanadisches Fernsehen eine kleine Story drehen wollte von einem Kanadier der vor 35 Jahren nach Ghana gekommen ist, hier eine Familie und Business gegruendet hat und nun ein Koenig in einem Dorf geworden ist. Wieder paar Taxis, die angeschoben werden mussten und Tro-tros in den man in den unglaublichsten Posen sitzen musste und ploetzlich waren wir auf der Dachterasse von dem schoensten Hotel den ich jemals gesehen habe. Direkt am Strand mit herrlicher Aussicht und gemuetlichen Stuehlen die aus geflochtenen baumartigen Substanz gemacht waren. Da es zu spaet wurde waren wir ziemlich "stuck in the middle of nowhere" und haben den Abend damit beendet mit dem Sohn vom Koenig auf dem Dach zu sitzen und den Voll-Mond anzustarren. Bei meiner Lohn von unglaublichen "four-fifty"(450 000cedis= 40 Euro) pro Monat hatte ich in dem Moment auch kein schlechtes Gewissen den Montag nicht zur Arbeit gehen zu koennen.

Fotos muss ich nachliefern. Ich bereue sehr, dass ich mein Laptop nicht mitgenommen habe. Das schraenkt meine Berichterstattung auf ein niveau der zwar den Standards hier entspricht("ach-passt-schon-irgenwie-standard") mich nicht aber befriedigt. Tja, solange der immerfrohliche High-Life-Musik hier ueberall droehnt, faellt es mir schwer darueber aufzuregen Cool Keep cool!

Posted by Silver at 16:27:02 | Permanent Link | Comments (2) |

Friday, November 03, 2006

Im unbekannten Terrain..

Sooh, die letzten Tagen sind echt busy gewesen. Nach fast ein Monat absistenz ist seit einer Woche, Party angesagt. Erst mit Englaenderinnen und einem Schweden und dann mit Kanadierinnen und einem Englaender. Es ging sogar soweit, dass ich einmal garnicht mehr nach hause gekommen bin und am naechsten Tag direkt von dort aus zur Arbeit ging. Allerdings mit riesen Kater und 5 Stunden verspaetung. Dafuer hatte ich zum ersten Mal seit dem ich hier bin eine warme Dusche. Der franzoesische Botschafter muss ma richtig auf die Kacke hauen..

 

  Also, am Wochenende gings nach Mole Nationalpark. Der Abenteuer spitzte sich zu, als uns auf der Hinfahrt mitten in Nichts in der Nacht das Taxi kaputt gegangen ist. Man muss dazu sagen dass Norden sehr duenn besidelt ist und die Siedlungen klein sind. Vor allem hat man das Gefuehl dass sie so sind wie sie schon seit hunderten Jahren gewesen sind. Lehmhaeuser mit Rohdaecher, Strassen auf denen man schneller zu fuss als mit einem Auto ist, kein Strom, kein Wasser, kein Handyempfang. Wir konnten uns in dieser Situation mit nichts anderes helfen als eine flasche Wein. Als ploetzlich dunkle Gestalten uns naeherten herrschte erstma aeusserste Vorischt und ja, ein bisschen Angst. Wir waren doch soo ausgeliefert. Die ersten Gestalten konnten wenig englisch also haben sie andere geholt. Es ist einfach unglaublich wie nett diese Menschen waren. Haben uns eingeladen in ihren Haeusern zu schlafen bis Morgen wieder Licht aufgeht und wir Hilfe holen koennen. Nach einigen Stunden ist aber einem "Kuenstler" gelungen mit blossen Haenden die Karre wieder in Ordung zu bringen, so dass wir die Fahrt fortsetzen konnten. Nach insgesamt 15 Stunden waren wir dann endlich Dort. Was man dort sehen konnte, sieht ihr auf dem Fotos - Elefanten :-)  

Die Leute mit den ich dort war sind echt cool. Alle sehr interessante Menschen. Von links:

Paul - So ein netter Kerl. Hat so einen heftigen britischen Dialekt drauf dass ich ihn kaum versteh. Ist aber lustig mit ihm Bier zu trinken wo er auch mal zeigt wo er herkommt. So fing er neulich bei Chelsea-Barcelona spiel in einer Kneipe laut "Fuck off Chelsea.." zu singen selber versuchend die anderen Zuschauer zu begeistern. Das auschiesslich schwarze Publikum lies sich wenig begeistern. Die ueberwiegende Mehrheit der Ghanaer sind feurige Chelsea Unterstuetzer Tongue out

Jen(nifer) - aus Kanada. Betreut und klaert hier Prostituierten ueber Sex, AIDS & Co auf.

Derrick - Dieser kanadischer Kerl kann sehr lustig seine raue Humor rueberbringen. Er ist ausserdem 15 Stunden nach Mole gefahren um dann am naechsten morgen muerrisch zu sagen dass er zu muede fuer Safari ist und lieber im hotel schlafen bleibt. Zugegeben, wir hatten grad 3 Stunden geschlafen, irgendwie lustig wars trotzdem, dass er umsonst den langen Weg gemacht hat(davon 7 Stunden zu viert auf dem Taxiruecksitz).

Jayme - eine kanadische Fernsehjournalistin die hier Video-Beitraege ueber Human Rights-Themen macht, die dann in Nordamerika ausgestrahlt werden.

 

 

Links ist eine Schule, die es noch nicht so lange gibt. Naemlich glaubten die Moslems dort, dass wenn die Kinder zur Schule gehen wuerden, zum Christentum ueberlaufen wuerden. Nach einem "Pilotprojekt" den ein Daene endlich durchfuehren durfte, war die erleichterung gross, dass alle Moslems geblieben sind. Also gibts da jetzt eine Schule im Dorf :-)

Rechts ist die aelteste Moschee Ghanas. Gebaut in 1421 und steht immernoch. Die Bevoelkerung war uebrigens 100% Moslems dort.

 

 

Links ist der Koenig von Tamale. Leider konnte ich nicht naeher besseres Foto machen. Irgendwie zog er grad mit einem riesen Mob durch die Strassen. Rechts paar lustige Haendler. Angeblich waren sie (von rechts) 8,9,10,11 Jahre alt Laughing

 

Morgen frueh gehts mit "Mole-Allstars" zum Strand im Sueden. Also bis bald..

Posted by Silver at 17:26:15 | Permanent Link | Comments (4) |

Thursday, October 26, 2006

Aloha Paradise!

Woran denkt ihr, wenn ihr richtig paradiesisch-chilligen Urlaub machen wollt? Denkt ihr auch an Strand, Meer, Kokospalmen, eine Haengematte und Kokosmilch? Ich tues jedenfalls. Und genau so ein Wochenende hatte ich :-)
Erstma gings paar Stunden mit Tro-Tro von Accra aus oestlich die Kueste entlang, dann noch 10 minuten Bootsfahrt und da war das!

Bitte auf Bilder clicken um sie Gross zu sehen!!!

Das "Hotel" verfuegte ueber luxuriose Anlagen, wie man auf den Fotos sieht. Zimmer waren jeweils mit einem doppelbett ausgestattet. Naja, leider gab es weder Strom noch Wasserleitungen und auf die Toilette musste ich auch verzichten, aber das hat mich wenig gestoert. Ich glaube die anderen 7 Bronis, die allesamt Deutsche waren, ebenso wenig.

Fuer noch mehr Fotos bitte die Bildergalerie besuchen!!!

Montag, bevor ich mich auf dem Heimweg machte, entchloss ich noch in die Stadt zu fahren um paar Ziele zu besichtigen. Irgendwie habe ich im Tro-Tro einen Jungen kennengelernt, mit dem ich fast den selben Weg hatte. So kaempften wir uns durch die grossstadt Dschungel und unterhielten uns ueber Ghanesishe Militaer-diktatoren :-) Auf dem Independence Square, das mein erstes Ziel war, waren gerade Ramadan-feierlichkeiten beendet worden. So war das ganze Gebiet mit Moslems ueberfluetet. Ich koennte mir Vorstellen, es waren zehntausende. Ich fands lustig, dass sie alle sehr froehlich waren und deren Kleidung sich bissl von den Moslems unterschied, die man aus Europa oder aus den Fernsehen kennt. Statt schwarzen Pinguinen lange Gewaender in froehlichen Farben. Das erste Foto hab ich mit einem lustigen Moslem gemacht. Auf dem zweiten schluerfe ich gerade einen Kokosnuss!

Accra vs Kumasi?
Die Hauptstadt ist Kumasi um Jahre voraus. Die meisten Strassen sind asphaltiert(und die Grossen mehrspurig), es gibt mehr Hochhauser(mehr als 3 Stockwerke), es gibt Neonreklamen und geregelte Bushaltestellen. Eine Bar wo wir am Freitag Abend waren, hatte mehr weisse als Schwarze Gaeste. Die Kroenung war aber dass ich ein Eiscafe gedunden habe, die ich mir nicht habe ergehen lassen! Negativ muss ich leider hinzufuegen, dass die Leute VIEL laestiger sind und den weissen manchmal richtig auf den Keks gehen. Ebenso glaub ich dass die Kriminalitaet viel hoeher ist. An dieser Stelle viele Gruesse an Manuel(www.manuelm.org/ghana), der mich in Accra fuer Paar Tage aufgenommen hat ohne mich jemals vorher gesehen zu haben :-) Ich glaube aber dass wir uns ganz gut verstanden haben.

Hier noch zwei Fotos, die ich ma so richtig lustig Finde. Dass Ghanesen grosse Haendler und Businessmacher sind wundert hier niemand, aber die kreativitaet, wie die verschieden Geschaefte kombiniert werden laesst nur staunen! Respect!! Das zweite Foto beschreibt etwas, dass jedem Weissen hier sofort klar wird: in Ghana hat man vieel zeit. Eigentlich koennte dieser Spruch auch auf dem Staatswappen stehen! Also bloss keine Hektik wenn alles etwas(oder etwas mehr) laenger dauert! Locker bleiben alter Cool

Bis naechstes Mal!!!

Kwadwo Menu Ackah

Posted by Silver at 17:06:51 | Permanent Link | Comments (1) |