Thursday, October 26, 2006

Aloha Paradise!

Woran denkt ihr, wenn ihr richtig paradiesisch-chilligen Urlaub machen wollt? Denkt ihr auch an Strand, Meer, Kokospalmen, eine Haengematte und Kokosmilch? Ich tues jedenfalls. Und genau so ein Wochenende hatte ich :-)
Erstma gings paar Stunden mit Tro-Tro von Accra aus oestlich die Kueste entlang, dann noch 10 minuten Bootsfahrt und da war das!

Bitte auf Bilder clicken um sie Gross zu sehen!!!

Das "Hotel" verfuegte ueber luxuriose Anlagen, wie man auf den Fotos sieht. Zimmer waren jeweils mit einem doppelbett ausgestattet. Naja, leider gab es weder Strom noch Wasserleitungen und auf die Toilette musste ich auch verzichten, aber das hat mich wenig gestoert. Ich glaube die anderen 7 Bronis, die allesamt Deutsche waren, ebenso wenig.

Fuer noch mehr Fotos bitte die Bildergalerie besuchen!!!

Montag, bevor ich mich auf dem Heimweg machte, entchloss ich noch in die Stadt zu fahren um paar Ziele zu besichtigen. Irgendwie habe ich im Tro-Tro einen Jungen kennengelernt, mit dem ich fast den selben Weg hatte. So kaempften wir uns durch die grossstadt Dschungel und unterhielten uns ueber Ghanesishe Militaer-diktatoren :-) Auf dem Independence Square, das mein erstes Ziel war, waren gerade Ramadan-feierlichkeiten beendet worden. So war das ganze Gebiet mit Moslems ueberfluetet. Ich koennte mir Vorstellen, es waren zehntausende. Ich fands lustig, dass sie alle sehr froehlich waren und deren Kleidung sich bissl von den Moslems unterschied, die man aus Europa oder aus den Fernsehen kennt. Statt schwarzen Pinguinen lange Gewaender in froehlichen Farben. Das erste Foto hab ich mit einem lustigen Moslem gemacht. Auf dem zweiten schluerfe ich gerade einen Kokosnuss!

Accra vs Kumasi?
Die Hauptstadt ist Kumasi um Jahre voraus. Die meisten Strassen sind asphaltiert(und die Grossen mehrspurig), es gibt mehr Hochhauser(mehr als 3 Stockwerke), es gibt Neonreklamen und geregelte Bushaltestellen. Eine Bar wo wir am Freitag Abend waren, hatte mehr weisse als Schwarze Gaeste. Die Kroenung war aber dass ich ein Eiscafe gedunden habe, die ich mir nicht habe ergehen lassen! Negativ muss ich leider hinzufuegen, dass die Leute VIEL laestiger sind und den weissen manchmal richtig auf den Keks gehen. Ebenso glaub ich dass die Kriminalitaet viel hoeher ist. An dieser Stelle viele Gruesse an Manuel(www.manuelm.org/ghana), der mich in Accra fuer Paar Tage aufgenommen hat ohne mich jemals vorher gesehen zu haben :-) Ich glaube aber dass wir uns ganz gut verstanden haben.

Hier noch zwei Fotos, die ich ma so richtig lustig Finde. Dass Ghanesen grosse Haendler und Businessmacher sind wundert hier niemand, aber die kreativitaet, wie die verschieden Geschaefte kombiniert werden laesst nur staunen! Respect!! Das zweite Foto beschreibt etwas, dass jedem Weissen hier sofort klar wird: in Ghana hat man vieel zeit. Eigentlich koennte dieser Spruch auch auf dem Staatswappen stehen! Also bloss keine Hektik wenn alles etwas(oder etwas mehr) laenger dauert! Locker bleiben alter Cool

Bis naechstes Mal!!!

Kwadwo Menu Ackah

Posted by Silver at 17:06:51 | Permanent Link | Comments (1) |

Friday, October 20, 2006

Accra: Die moderne Hauptstadt

Bin heute morgen um 4 richtung Accra aufgebrochen. Hier angekommen habe ich erst den Arzt in deutschen Botschaft besucht und paar Proben gemacht. Die Ergebnisse erfahre ich naechsten Freitag. Hab noch paar kleine Beschwerden die noch zu beseitigen sind Smile

Danach habe ich Manuel getroffen, von den ich schon seit 3 Wochen weiss dass er mit der selben Organisation wie ich(IAESTE) nach Ghana kam. Eigentlich haette er in Kumasi mir gegenueber wohnen sollen, er wurde aber von seiner Firma nach Accra abkommandiert. Worueber er sehr Froh ist. Also hab ich ihn heute zum ersten Mal gesehen. Und eine Freundin von ihm, namens Katharina, die aber morgen wieder abreist. Nette Leute. Jetzt bin ich in einer Super-modernen Internetcafe mit Webcams, Flatscreens, Headsets und allem drum und dran. Leider antwortet mir niemand in MSN um das zu testen :-(

Plan ist wohl morgen mit Manuel und mit anderen Leuten die ich noch nicht kenne irgendwo zum Strand zu fahren aber so richtig weiss ich noch nichts. Er arbeitet grad.

Accra 

Die Stadt Accra ist viel anders als Kumasi. Viel groesser, mit Asphaltierten mehrspurigen Strassen. Mehr moderne Gebaeude und Bars und Restaurants. Einfach viel Entwickelter. Und bisschen teurer. Aber da es hier auch viel mehr weisse gibt sind die Leute irgendwie laestiger und anstrengender. Wollen viel aggressiver dir alles moegliche andrehen oder einfach Geld haben. Die ersten Tage in Ghana in Accra zu verbringen muss sehr anstregend sein. Ich kann mittlerweile paar Standardsaetze auf deren Lokalsprache(Twi) und kann sie oft einfach zum Lachen zu bringen in dem ich den was auf deren Sprache sage oder mich mit meinem ghanesischen Namen "Kwadwo Manu" vorstelle. Das entspannt die Situation und laesst sie hoeflicher abwimmeln :-) Denn eine reine "Nein" in Ghana ist nie hoeflich und kann sogar als Verletzen des Stolzes und als Beleidigung angesehen werden. Dafuer gibts andere Methoden die aber ein anderes Thema fuer ein anderes Mal ist.. Wink

Posted by Silver at 19:57:41 | Permanent Link | Comments (0) |

Tuesday, October 17, 2006

Gospel Hurra!!

Servus!

Dieses Wochenende sollte es nach Takoradi gehen. Hab mir sogar Freitag freigenommen um mit Andrew(mein Tutor hier. s. Fotos) dort seine Eltern zu besuchen. Leider gab es am Freitag aber Bustickets weder fuer Freitag noch fuer Samstag. Also habe ich am Freitag mich bissl in der Stadt rumgetrieben, mir einen Afrikanischen Hemd und einen Wasserkocher gekauft. Tja, mit Fotos haenge ich wie immer hinterher, aber hab grad neue reingestellt und neue werden Folgen.

Samstag war ich bei Gospel.

Gospel

Die Veranstaltung fand in einer Halle statt und war rappelvoll mit Menschen. Nach paar Aufwaermsongs wurde es ploetzlich dunkel und von Backstage kamen immer mehr Schwarze in langen weissen Gewaendern auf die Buehne. Das Publik stand nach ein ander laut jubelnd und klatschend auf als ob Robbie Williams das Olympiastadion betreten haette. Die Stimmung wurde immer euphorischer, untermauert von imperialistischen tiefen Klaengen im Hintegrund. Als die geschaetzt 50 Leute auf der Buehne waren und der Band sich startklar gebracht hat, ging es los. Schnelle Rythmen, froehliche Harmonien, singende Leute auf der Buehne die auf eine halbe Vier-vierteltel-takt geklatsch haben. Publikum, mehrere hundert Mann und Frau stark hypften und klatschten selber mitsingend. Dann wurde es wieder ruhiger und Leute setzten sich hin um ueber den "Allmighty Lord" zu singen. Wie eine immerwiederkehrende Malariafieber brach die Seuche bald wieder los und ploetzlich merkte ich wie ich selber auf den beinen stand, meine Koerper in chilligen Reggae-Rhythmen hin und her bewegte und mitklatschte. Dann paar lokale Stars und wieder die Chor, diesmal in Schwarzen Gewaendern, haende hoch links und rechts winkend und klatschend. Wie im Film. Tja, halbe Stunde vor Ende(und die kam erst nach 4 Stunden) war das obligatorische Spenden, wie es in Kirchen immer stattfindet. Koerbe gingen rum und jeder tat hinein was er fuer richtig gehalten hat. Wer am Ende rausging und nicht von "Power of Jesus Christ" ueberzeugt war, ist selber schuld Tongue out

Sonntag entschied ich einen Ausflug zu machen. Hab mich fuer Ghana sehr spaet(um 12 Mittags) alleine auf den Weg gemacht. Erst musste ich in Busbahnhof wild rumfragen bis ich den richtigen Tro Tro(Kleinbus) gefunden habe. Damit war das schwierigste Teil auch zu Ende. Nach 40 Minuten Fahrt kam ich in einem Dorf namens Barekese an. Hab den Mate(Tro-Tro-mann) gesagt dass ich zum Damm will, wo das Ganze Region mit Leitungswasser versorgt wird. Schnelles rumgestikulieren mit anderen Ghanesen und schon deutete er auf einem Maedchen und befahl mir ihr zu folgen. Sie hat mich durch das Dorf gefuehrt wo kleine Kinder mir alle im Schlepptau nachgelaufen sind und lauthals "oubroni"(europaer) gerufen haben - ein Wort, das ein weisser Ghanabesucher nie wieder vergessen wird. Weiter  fuehrte der Weg durch einem Wald in dem ich 2 Meter vor mir eine ein Meter lange Schlange an mir vorbeizischen sah. Das letzte mal dass ich mit kurzen Hosen in die Natur raus geh! Dann brachte sie mich zum Damm. Hat mir ueberall alles gezeigt und schliesslich zum Wasserwerk gebracht. Dort ist sie kurz verschwunden um von zuhause ihr Vater zu holen. Er kam und hat mich dann im Wasserwerk rumgefuehrt, QualitaetsLabors und Filteranlanagen gezeigt. Spaeter hat sie mir ihr Zuhause gezeigt wo grad draussen Fufu zubereitet wurde. Letzendlich im Dorf auf Tro-Tro wartend hat sie mit den Worten "I will miss you, i hope you pay me a visit" verabschiedet. Hab ihr Orangen und Schokolade gekauft. Leider konnte ich mir ihren komplizierten Namen nicht merken, kann mich aber erinnern dass das kleines, schweigsames und hilfsbereites Maedchen 14 war.

Fotos vom Damm kommen bald, neue Fotos sind unter Galerien zu sehen Smile

Posted by Silver at 18:44:13 | Permanent Link | Comments (0) |

Thursday, October 12, 2006

Essen

ESSEN

Ok, heute wollte ich mal etwas ueber Essen Schreiben, da das ne Sache ist womit man hier ja tagtaeglich konfrontiert ist und was gaanz anders hier ist, als man es gewohnt war. Also DAS typischte Essen hier heisst Fufu. Jeder mag ihn und es gibt leute, die essen es 3 mal taeglich. Allerdings liegt das so schwer im Magen, dass man am liebsten danach Schlaeft(was hier auch einige 3 Mal taeglich zu machen scheinen). Es besteht aus einer Suppe und einem schweren pampigen Kloss. Die Suppe ist sehr scharf und besteht aus rotem Fluessigkeit und meistens Fisch, Ziegen-, Kuh, Chicken oder -Rattenfleisch(oder sowas aehnliches). Wobei der Fisch unverarbeitet und das Fleisch mit reichlich Knochen und manchmal sogar aussenhaut versehen ist. Die zweite Komponente ist ein "gummi-gemisch" aus Kochbananen und Cassava. Die Zubereitung ist eine interesannte Geschichte fuer sich selber und dauert mehrere Stunden. Jedenfalls schmeckt das so richtig nach garnichts und als ich das zum ersten mal gegessen habe hat es mir eine menge ueberwindung gekostet. Schliesslich war ich bei jemanden zu gast und hab krampfhaft beim Essen versucht an etwas anderes zu denken. Die Konsistens ist einfach viel zu weird um das beschreiben zu koennen.

Gegessen wird selbstverstaendlich, wie sogut wie alles, mit Fingern! Sozialer Status spielt dabei keine Rolle. Und wehe man nutzt die linke Hand!!! Hier ein Foto davon :-)


Wie auf dem Foto zu sehen ist, gibt es einen Metall-Schuessel, in dem nur warmes Wasser ist. Ausserdem Spuelmittel. Damit kann man sich vorher und nachher die Finger sauber machen.

Die Suppen koennen varieren und statt Fufu werden auch Reis oder Maisbaelle(schmecken sauerlich. bah!) genommen die ebenfalls zu einer Matsche gestampft werden. Alles in allem ist aber so scharf, dass die anderen Deutschen alle in den ersten Wochen Magenprobleme hatten. Ich komischerweise ueberhaupt nicht. Vielleicht hat die Tuerkeiurlaub kurz vor Ghana mein Magen bissl mit Gewuerzen angefreundet.

Das Essen kann man in einer Restaurant, Chop-Bar(einer Art Restaurant, nur bissl "einfacher" und nur ghanesischer kueche) oder direkt auf der Strasse kaufen. Das Gericht auf dem Foto mit Coke(in dem Fall Sprite) kostet 1-1,5 Euro. Wenn man was westliches Essen will muss man schon in ein Restaurant gehen, wo man an guten Tagen auch Pommes bekommen kann. Dann kostets aber gleich 3-4 Euro und ausserdem sind solche Restaurant nicht ueberall zu finden. Das Essen auf der Strasse kostet ca 50 cent bis 1 Euro. Das Essen wird in solche kleine Plastikbeutel getan, wie wir im Supermarkt Fruechte und Gemuese reintun. Irgendwo kann man dann die Tueten ausbreiten und aus einer Tuete zb Yam(schmeckt aehnlich wie Kartoffeln) nehmen und in die Tuete mit sosse eintauchen. Fisch beisst man einfach so dazu als ob man einen Keks essen wuerde. Leider ist das Essen von der Strasse nicht immer hygienisch und kann einen weissen auch richtig umhauen Yell

Ansonsten sind ueberall Fruechte zu kaufen. Eine Orange kostet 5 cent und wird nicht gegessen sondern durch ein eingeschnittenes Loch ausgelutscht Halber Ananass oder ein Kokosnuss 20 cent, Banane 5 cent. Lecker und Gesund!!! Kokosnuesse uebrigens, liebe Freunde, sehen an den Palmen ueberhaupt nicht so aus, wie wir sie in Europa in Supermarket kaufen und glauben sie wuerden aussehen. Werd bald ein Foto von Kokosnussbaum schicken. Es wird einige sicher ueberraschen!! Tongue out

Posted by Silver at 21:56:47 | Permanent Link | Comments (0) |

Tuesday, October 10, 2006

Oh, Happy Malaria

Na sowas lustiges: sie finden keine Malaria parasiten in meinem Blut, ich habe aber trotzdem Malaria. Die Symptome sind zu eindeutig. Hab die letzten 10 Tagen damit verbracht mich zu erholen und sobald mir wieder gut ging, kam der naechste "Schub". Hab nun aber neue Medikamente bekommen und irgendwie habe ich das Gefuehl dass ich bald ganz, ganz Gesund bin. Die Beschreibung der Symptome verschiebe ich lieber auf einen spaeteren ZeitpunktWink. Nur keine Sorgen!

Ich bin mittlerweile umquartier "geworden". Die IAESTE-Leute haben sich nach dem Verlust von Finn(der in Panik kopf ueber Fuss nach Deutschland gefluechtet ist) zu viele Sorgen um meinem Wohlergehen und Gesundheit gemacht und nun wohne ich direkt im Zimmer nebenan von Andrew(mein Tutor, foto kommt bald). Zugegeben, die Einrichtung ist moderner und komfortabler - ja, hab sogar einen Propeller anne Decke-  ich muss jetzt aber wieder von vorne anfangen: Wo bekomme ich Eimer um meine Waesche zu waschen? Wo krieg ich ein Buegeleisen her(ganz wichtig hier!)? Wo krieg ich spaetabends noch geabratene Kochbananen und Ziegenfleisch? Usw...?

Heute habe ich eine Mail von einer Leserin aus Bottrob erhalten, die aus eigener Erfahrung mir zusichern konnte, dass bald der kuehle Sahara-wind kommt und es angenehmer wird. Da ist mir eingefallen, dass ich garnichts ueber Wetter geschrieben habe

Wetter

Nun, das Wetter war, als ich hier ankam, fuer mich ueberraschend angenehm. Das Interessante hier ist, dass es keinen grossen Unterschied zwischen Tag und Nacht gibt. Ebenfalls gibt es keinen Unterschied zwischen Sommer und Winter. Das fuehrt dazu, dass die Leute garnicht wissen welche Temperaturen eksistiern. So kommt es mir vor. Manchmal wo ich jemanden erzaehlt habe dass es in Estland bis zu -20 Grad kalt wird, hat derjenige mit verstaendnislosen Augen mich nur angeschaut und aus hoeflichkeit "ach na sowas" zugelaechelt, ohne wirklich Ahnung zu haben was das bedeutet. Ganz geschweige von phaenomenalen Geschihten, das Seen zufrieren usw. Ich habe wirklich nicht die geringste Ahnung wie warm es hier ist. Einen wetterbericht in der Zeitung gibt es nicht und TV habe ich noch nicht so viel gesehen, dass ich einen gesehen haette.. wenn es einen gibt. Es ist aber zweifellos mittlerweile sehr heiss geworden. Vor allem in der Sonne braucht man Mittags nur einige Minuten zu laufen bis einem unmissstaendlich klar wird dass der menschliche Koerper aus 70% Wasser besteht. Ab und zu Kissen drehen in der Nacht hilft gegen "Faeuchte Traeume" anderer Art(oder ist das Malaria?). Was meine Temperatur-Gleichkueltigkeits-Theorem noch stuetzt ist die Tatsache, dass keiner der Aerzte mein Temperatur messen wollte, keiner der Leute die ich hier gefragt habe einen Fieberthermometer besitzen und die 2 Apotheken die ich heute besuchte ebenfalls keinen im Angebot hatten. Es gibt hier einen Regen und eine Trockenzeit. Zur Zeit regnets jedenfalls. Vielleicht alle paar Tage. Und wenn schon, dann richtig.  Es ist manchmal furcherregend wie Konstant an haerte es regnet. Wenn man grad unterwegs ist, ist man gefangen...oder bis an die Unterhose nass. Meist hoert es aber nach einer oder 2 Stunden wieder genau so ploetzlich auf wie es begonnen hat.

Einen USB-Kabel fuer meine DigiCam konnte ich aus den ca 13-15 Computer-Laeden die ich besucht habe nicht erwerben. Gluecklicherweise hat aber mein islamischer Zimmernachbar namens Tohib so ein Kabel und noch eine Laptop dazu, was meine Bemuehungen Fotos ins Netz zu stellen erheblich leichtern koennte, vorausgesetzt er stellt mir beides zur Verfuegung(was es sicher tun wird, so einen netten Menschen trifft man selten).

Ueber eure Mails und Kommentare hier auf der Seite werde ich weiterhin freuen. Nur zu!Smile

Posted by Silver at 17:39:41 | Permanent Link | Comments (0) |

Tuesday, October 03, 2006

Ghanalife: Instant Justice

Hello Africa!

Na wies ausschaut koennte es auch mich erwischt haben. War am Wochenende bissl krank mit verdacht auf Malaria. Der Besitzer meiner Firma ist aber ein relativ beruehmter Arzt hier und hat heute mit mir Bluttests gemacht und wird mich spaeter anrufen um zu sagen wies ausschaut. Keine Sorge, ich fuehl mich O.K

Heute wollte ich ueber ein trauriges Phaenomen schreiben dass Instant Justice heisst.

Instant Justice

Seit dem ich hier bin, sind mir 2 Faelle in meiner Stadt bekannt, in den "das Gericht" ueber einen Kriminellen unmittelbar nach der Tat auf der Strasse verurteilt hat. Erster Fall war bereits wenige Tage nach meiner Ankunft. Ich habe sogar einen Zeitungsartikkel ausgeschnitten deren Titel so aehnlich war: "Robber got lynched by an angry mob". Der Mann hat einer Frau die Tasche geklaut und wollte wegrennen. Die Frau hat aber laut auf sich aufmerksam gemacht worauf hin zufaellige Passagiere den Mann aufhielten und tot pruegelten. Als die Polizei kam, war nur noch die Leiche am Tatort. Zweiter Fall ist vor paar Tagen passiert. Wieder wollte ein Mann etwas klauen. Diesmal aus einem Handyladen. Ein Nachbar von mir hat die Leiche gesehen, als er im Taxi den Tatort passierte. Sehr sehr traurig, aber die Leute hier glauben, dass wenn sie den "Robber" nicht umbringen, dann bringt der Robber sie um. So viel wie ich mitbekomme glaube ich nicht dass hier viel mehr Ueberfalle als im Westen gibt, aber die Ueberfalle die es gibt sind meist sehr brutal, weswegen vielleicht Leute so denken und handeln.

Bevor ihr falschen Bild von Ghanesen bekommt: Die Leute sind weitaus friedlicher als jedes Volk in Europa. Da die Leute fast nichts trinken gibt es keine Kneipenschlaegereien und wenn mann seine Agressionen auslaesst, dann in dem einen anderen anbruellt. Dazu muss man wieder sagen, dass man trotzdem nicht Schimpft. In deren Lokalsprache gibt es nur 2-3 Schimpfworter die Ubersetzt "Tier", "Doof" oder was anderes harmloses Bedeuten. Schimpfen heisst beleidigen und das tuet man nicht. Denn das hat wiederum hier eine andere, viel weitreichendere Bedeutung... Laughing

NACHTRAG: Hab den Beitrag ja gestern schon verfasst, aber nun habe ich aus der Zeitung erfahren, wie die zweite Geschichte abgelaufen ist. Also, es waren insgesamt 4 mit Pumpguns und AK47 bewaffneten Rauber die von dem Eigentuemer des Handyladens 60Mio Cedis(6 Tausend Euro) geraubt haben. Auf der Flucht ist ein Mob auf die Zugerannt und einer der Rauber ist gestolpert und hat sein AK47 verloren. Bevor er das aufheben konnte tat es jemand anders und schoss ihm die 2 Kugeln die da drin waren in den Leib. Die restlichen 3 konnten knapp in einem Taxi mit dem Geld fluechten. Da es alles in der Naehe einer Tankstelle passiert ist, haben einige Passanten schnell Bensin geholt und den gefangenen Rauber damit uebergossen und angezuendet. Eine wilde Geschichte?

Posted by Silver at 12:50:02 | Permanent Link | Comments (0) |